Raum der Stille

Raum der Stille

Der Stille einen Rahmen – einen Raum geben: Der Raum der Stille

Raum der Stille

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Warum ein Raum der Stille?

Das Schweigen ist von größerer Kraft als das Wort.“ Indianische Weisheit der Dakota

In unserer lauten und schnelllebigen Welt braucht es Orte und Momente, die Rückzugsräume ermöglichen. Dabei ist Stille etwas, das bereits vorhanden ist. Sie ist eine Realität, der man sich immer wieder neu öffnen kann, um sie bewusst wahrzunehmen. Um der Stille einen Rahmen zu geben, gibt es am GvS diesen Ort des Raums der Stille. Er ist der Rahmen, der mit Leben erfüllt wird und in dem auf besondere Weise Begegnungen ermöglicht werden; Begegnungen mit sich selbst, mit dem Gegenüber, dem Fremden, mit dem Anderen. Es ist ein Ort, der offen und einladend ist für jeden.

 Denn …

Schüler streifen durch die Gänge, es wird abgeklatscht, Stühle werden gerückt, der Ruf nach einem Mitschüler oder Kollegen, man flüstert und tuschelt, es wird gelacht – viel und lauthals, hier wird oft von Herzen gelacht, in einem Klassenzimmer übt jemand auf einem Klavier, der Gong schallt durch das Schulgebäude.

Unsere Ohren fangen all diese und noch viele andere Geräusche auf, 24 Stunden am Tag. Denn das Gehör arbeitet permanent, ohne Pause. Etwa 15.000 Hörzellen, die sich im Inneren der Ohren befinden, fangen die Schallwellen jedes Tons ab, verarbeiten sie zu Signalen und schicken diese ans Gehirn. Stehen wir direkt an einer stark befahrenen Straße, sind wir einem Lärmpegel von 70 bis 80 Dezibel ausgesetzt – im Klassenzimmer herrschen sogar in stilleren Arbeitsphase um die 50 Dezibel. Unterhalten wir uns, schallt unsere Stimme mit etwa 60 Dezibel – je nachdem, wie laut wir reden und welche Entfernung wir überbrücken müssen. Natürliche Geräusche dagegen weisen sehr unterschiedliche Lautstärken auf. Das leise Rascheln der Blätter im Wald, ein ruhiger feiner Regen. Rauscht allerdings ein tosender Wasserfall vor uns in die Tiefe, lassen sich bis zu 90 Dezibel messen.

 Wer nutzt diesen Raum der Stille?

Der Raum der Stille wird von den verschiedensten Schülergruppen genutzt. Allen Lehrkräften des GvS steht der Raum über eine Buchung im schulinternen Intranet zur Verfügung, um die besondere Atmosphäre für eine ausgewählte Unterrichtseinheit zu nutzen. So finden z. B. Zeitzeugen-Gespräche und meditative Einheiten in diesem Rahmen statt.

Auch die offene Ganztagesschule ist an einigen Tagen zu Gast.

Dienstags und donnerstags gibt es im Rahmen der 2. Pause eine „stille Pause“. Die Schüler/-innen haben dabei verschiedenste Möglichkeiten:

  • Sie können dem Lärm der Pause entgehen

  • Sie können ihrem Bedürfnis nach Stille nachgeben

  • Sie haben einen Raum zum Nachdenken und ruhig werden und können dort Kräfte sammeln

  • Sie können in sich hineinhorchen, bevor alles zu viel wird, und nach Lösungen suchen

 Zur Entstehung dieses besonderen Raumes

Alles begann mit einer Schulhausbesichtigung: Vor mehr als 12 Jahren waren Frau Schäfer (Ev. Lehrerin), Herr Moschko (Kath. Religionslehrer), Herr Meyer (damaliger Schulleiter) und Frau Gunst (Ev. Religionslehrerin) in der Schule auf der Suche nach einem möglichen Zimmer für einen Raum der Stille. Verschiedene Räume wurden inspiziert und für passend oder ungeeignet gehalten. Umbrüche und Veränderungen machten eine feste Einrichtung mehr zu einem Wunschtraum als zur Realität.

Eine Initialzündung gab es vor wenigen Jahren mit einer vorübergehenden Einrichtung unter der Leitung von Frau Schäfer mit Unterstützung von Frau Schütze (Biologie/Chemie-Lehrerin); der Förderverein stellte Gelder für die ersten Einrichtungsgegenstände (Isomatten und Sitzkissen) zur Verfügung; hierfür noch einmal einen herzlichen Dank.

Bauliche Veränderungen legten den Raum „auf Eis“. Es ergab sich aber gleichzeitig eine Zukunftsperspektive. Eine feste Größe in dieser Phase der Unsicherheit war die Zusage und die Unterstützung des ehemaligen Schulleiters Dr. Vorleuter, der von Anfang an diese Idee, einen besonderen Raum zu schaffen, mitgetragen hat und unser ästhetisches Empfinden bei der Einrichtung stets geteilt hat. Herr Dr. Vorleuter war in dieser Zeit Wegbegleiter mit Rat und Tat.

Mit Abschluss der Umbauphase begann für uns die Einbauphase - Wir konnten der Stille nun einen Raum geben. Kreative Ideen von verschieden Seiten ergaben eine Vision, die nun wahrhaft Gestalt annahm. Herr Kloiber (Schreiner), der für seinen Werkstoff Holz brennt und uns sehr gut beriet, war offen und flexibel für all unsere Ideen. Es blieb natürlich nicht nur bei Ideen, durch die Entscheidungen des Landkreises als Sachaufwandsträger wurde der finanzielle Rahmen gesteckt und um Fördergelder der Erzdiözese München und Freising ergänzt – damit wurde es konkret. Die ersten großen Anschaffungen wurden getätigt, allem voran ein Teppich als Zentrum des neuen Raumes. Die ersten Hocker und Bänke zogen von der Schreinerei in Arzbach nach Bad Tölz und wurden im Laufe der folgenden Jahre um wunderschöne Holzmöbel ergänzt. Unsere Hausmeister Herr Pietron und Herr Leichmann packten tatkräftig mit an und Herr Drljaca schwang für uns gekonnt den Pinsel und gestaltete die Wände farblich neu. Den Abschluss bildet eine beeindruckende, stimmungsvolle Beleuchtungstechnik, die den Raum in warmes Licht taucht.

 Abschließend möchten wir uns bei Herrn Stadtpfarrer Peter Demmelmair, Herrn Dekan Martin Steinbach und Frau Gönül Yerli, Vize-Direktorin des Islamischen Forums in Penzberg, bedanken, mit denen wir seit vielen Jahren im schulpastoralen Bereich partnerschaftlich verbunden sind. Dank ihres Engagements konnte der Raum der Stille pünktlich zum Advent 2016 eingeweiht werden.

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Der mit Leben erfüllte Raum der Stille bei der Einweihungsfeier im November 2016.

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