Orienterungstage

„Unser Geist ist begrenzt, und doch sind wir selbst in diesem begrenzten Zustand von unbegrenzten Möglichkeiten umgeben.“
                                             Alfred North Whitehead (1861 – 1947), englischer Philosoph und Mathematiker


Gerade zu Beginn der Qualifikationsphase sehen sich die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe mit zahlreichen neuen Herausforderungen konfrontiert. Das Punktesystem, die selbstständigere Arbeitsweise oder auch die Auflösung der gewohnten Klassenverbände. Der Lehrplan für die Gymnasien in Bayern charakterisiert in seinem Jahrgangsstufenprofil die Situation der Oberstufenschüler folgendermaßen:

 „Mit der gestiegenen geistigen Leistungsfähigkeit in den letzten beiden Jahrgangsstufen am Gymnasium geht bei den meisten Schülern ein zunehmend selbständigeres Denken und Arbeiten sowie ein zielgerichteteres und verantwortungsbewussteres Handeln einher. In diesem Zusammenhang kristallisiert sich bei ihnen eine große Bereitschaft und Offenheit heraus für psychologische und philosophische Fragen, die das Selbst- und Weltverständnis betreffen. Sie differenzieren ihre bisherigen Wertvorstellungen weiter aus, auch im Hinblick auf die eigene Lebensplanung.“

Zur Unterstützung dieses Prozesses führen die Fachschaften Religion in Kooperation mit dem Aktionszentrum Benediktbeuern (http://www.aktionszentrum.de/) und der Fachschaft Ethik am Anfang des Schuljahres Orientierungstage für die Q 11 durch. Bei dieser zweitägigen Veranstaltung, an der alle Schülerinnen und Schüler der Q 11 teilnehmen, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, in anregender Umgebung eine kurze Auszeit vom Alltagsstress zu nehmen, dabei zu diskutieren, zu reflektieren, gute Gespräche zu führen, über den Glauben zu sprechen, an gemeinschaftsfördernde Aktivitäten unter professioneller Leitung teilzunehmen, aber auch bewusst zu werden, welche Werte das eigene Handeln bestimmen und wo die eigenen Stärken liegen.
Ein breites Angebot an verschiedenen Workshops bietet Themen an, die die Jugendlichen persönlich ansprechen und mit denen sie sich vertieft auseinandersetzen möchten. Dadurch, dass diese Workshops von den Mitarbeitern des AZ Benediktbeuern durchgeführt werden, erhalten die Schülerinnen und Schüler zusätzliche Freiräume, um ihre Ideen und Vorstellungen unabhängig von schulischen Einflüssen zu reflektieren.

In den letzten Jahren wurden zum Beispiel folgende Themen angeboten:

  • „Ich bin dann mal weg!“ Pilgern auf dem Jakobsweg.
  • „Wo ist nun Dein Gott??“ Fotoworkshop zu den Spuren Gottes im Alltag
  • „Ich denk mir die Welt…“ Philosophieren mit einem Experten.
  • „Wo komm ich her, wo will ich hin?“ Fragen nach Lebenszielen, Lebenssinn, dem eigenen Lebensweg
  • „Ich-Wir-Andere“ Leben in einer vielfältigen Gesellschaft
  • „Du bist Deutschland“ Demokratie und politische Bildung
  • „… und dann ist es einfach vorbei.“ Umgang mit Sterben, Tod, Trauer und dem Leben danach.
  • „Mindestlohn und Managerboni“ Auseinandersetzung mit Fragen der Wirtschaftsethik


Durch das weite Themenspektrum können die Schüler eigene Schwerpunkte setzen und so eigene Vorstellungen mit ihren Mitschülern diskutieren, neue Anregungen für ihre eigene Lebensgestaltung gewinnen und ihr bestehendes Wertesystem reflektieren. Sie werden mit ihren Vorstellungen ernstgenommen und erhalten neue Anregungen von ihren Mitschülern und den Leitern der Workshops zur Identitätsfindung und zum achtsamen Umgang miteinander.

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