Raum der Stille

Raum der Stille

Gerade Religionslehrkräfte erleben, dass sie über ihre pädagogischen Aufgaben hinaus als Seelsorgerinnen und Seelsorger gefragt sind. Sie nehmen sich Zeit für ein Gespräch, wenn ein Kind sich verändert, müde und traurig wirkt, oder wenn ein Jugendlicher nach einer Lebensperspektive sucht. Sie fragen nach, sie lassen sich erzählen und nehmen an den großen und kleinen Problemen des Schullebens Anteil. Doch nicht immer bleibt in der Hektik des Schulalltags und in der straffen Struktur des Lerntempos ausreichend Zeit für intensive Gespräche.
Deswegen ist es ein großer Wunsch der Fachschaft Religion gewesen, auch einen Ort der Ruhe und der Besinnung im Schulhaus zu etablieren, an dem jeder Einzelne – in aller Stille – seinen Gedanken, Wünschen und Fragen nachgehen kann.
Seit Mai gibt es nun einen Raum (1.29), der Ruhe schenkt, einen Raum, in dem die Seele baumeln kann, in der eine Auszeit stattfindet oder wo einfach eine Atempause erlebt wird.
Der Raum der Stille ist für Schülerinnen und Schüler in der zweiten Pause geöffnet. Über eine Ausweitung der Öffnung- und Nutzungszeiten wird bereits nachgedacht. Auch Lehrkräfte sind herzlich eingeladen, das Angebot der möglichen Entspannung und die Zeit der Stille als Pause anzunehmen und auf sich wirken zu lassen.
Somit entsteht an unserer Schule eine Kultur der „Stillen Pause“ im Gegensatz zur „Bewegten Pause“ auf dem Sportplatz, denn „in der Ruhe liegt die Kraft“.
Durch einen Raum der Stille ergeben sich verschiedenste Möglichkeiten für die SchülerInnen/ LehrerInnen und Mitarbeiter:

  • Sie können dem Lärm der Pause entgehen
  • Sie können ihrem Bedürfnis nach Stille nachgeben
  • Sie haben einen Raum zum Nachdenken und ruhig werden und können dort Kräfte sammeln
  • Sie können in sich hineinhorchen, bevor alles zu viel wird und nach Lösungen suchen

Die Erfahrung von Ruhe sowie das praktische „Üben“ von Stille steigern die Konzentration, fördern die Selbstwahrnehmung und eröffnen neue Perspektiven.