Erfahrungsbericht von Verena van Erps (2015)

Erfahrungsbericht von Verena van Erps (2015)

In diesem Schuljahr 2014/15 wurde den Französisch lernenden Schülern der 9. und 10.Klassen die Chance gegeben am ersten Austausch in die Bretagne teilzunehmen. Unser Busfahrer Michi, der für jeden Spaß zu haben war, brachte uns nach einer langen Busfahrt mit einem Zwischenstop in Paris sicher ans Ziel. Die Aufregung war schon während der Fahrt sehr groß und natürlich wurde heiß diskutiert und ausgemalt, wie wohl der erste Eindruck im neuen Umfeld wäre, in dem man die nächsten 10 Tagen verbringen würde. Schon bei der Ortseinfahrt von Saint-Brieuc konnten wir es alle gar nicht mehr abwarten den Bus nach dieser langen Fahrt zu verlassen und uns von unseren Gastfamilien begrüßen zu lassen.
Was uns dann an unserer französischen Austauschschule, dem ‚Lycée Rabelais' erwartete, übertraf jegliche Vorstellung. Die bayerische Flagge wehte vor den Eingangstoren und in den Fenstern prangten die Buchstaben BAD TÖLZ.
Nach der Ankunft wurden wir alle erst einmal ins kalte Wasser geschmissen und verbrachten das Wochenende bei unserer Austauschfamilie. Hier wurden wir mit landestypischen Spezialitäten und neuen Lebensgewohnheiten überflutet. Jetzt konnten wir die Chance nutzen und gleich unsere französischen Sprachkenntnisse unter Beweis stellen. Während wir uns über die bretonischen Süßigkeiten hermachten, schwärmten die Gasteltern von unserem mitgebrachten deutschen Bier und der guten deutschen Qualität.
Am Montag wurden wir in der Schule mit einem typisch französischen Frühstück (Croissants und Pains au chocolat ) begrüßt. Danach gab es natürlich wahnsinnig viel zu erzählen. Jeder wollte seine Erlebnisse vom Wochenende loswerden und erfahren, wie es bei den Anderen gewesen ist. Dafür bot die Busfahrt ans Meer, wo wir Watt wandern waren und das zurückgebliebene Meeresgetier der letzten Flut an den Felsen bestaunten, genug Zeit.
Am nächsten Tag führte uns der Weg nach Barnenez, wo wir eine Jahrtausende alte Grabstelle besuchten. Wer sagt, Spaziergänge seien nichts für ihn, der wurde hier an der Küste von Trégastel mitgerissen. Das Türkis des Meeres und das Rosa der gewaltigen Natursteine boten ein Motiv, das man auf jeder dort zu kaufenden Postkarte finden konnte.
Am Mittwoch stand gemeinsam mit den Franzosen eine Exkursion Richtung Normandie zum Mont St. Michel an. Alle bestaunten diese große, gewaltige Abtei auf der dicht bebauten Insel, die einem Märchenschloss gleicht und entsprechend zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Selbst unsere Austauschpartner waren begeistert, für die es zum Teil ebenso Premiere war dieses Kloster zu besichtigen.
Neben den organisierten Ausflügen stand auch die Teilnahme am französischsprachigen Unterricht auf dem Programm. Hier hatten wir die Möglichkeit Einblicke in das andere Schulsystem zu bekommen und unser Wissen auf Französisch zu testen.
Am letzten Tag hieß es Abschied nehmen und sich gefasst machen auf eine 18 stündige Busfahrt, auf der man sich klarwerden konnte, dass diese tolle Zeit nun vorbei war und man vielleicht die ein oder andere Freundschaft fürs Leben dazu gewonnen hatte. Einige werden die liebevollen Küsschen zur Begrüßung vermissen, andere werden froh sein, diesen in Deutschland entgehen zu können. Wir trösteten uns mit dem baldigen Gegenbesuch der Franzosen bei uns und freuten uns schon auf eine gemeinsame, ereignisreiche Zeit. Hiermit möchten wir uns bei der tollen Organisation von unseren beiden Französischlehrkräften Frau Floßmann und Frau Rau bedanken, ohne die alle diese tollen Erfahrungen gar nicht möglich gewesen wären. Ich denke, ich spreche uns allen aus der Seele, wenn ich sage, dass wir eine unvergessliche Zeit in Frankreich hatten, mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen fürs Leben.

Verena van Erps