Statt Feuerzangenbowle zum Bierbrauen

Brauerei10 e besucht Tölzer Mühlfeldbräu

Angewandte Chemie sollte es werden, denn um praktische Erfahrungen im Alltag soll das Schulleben erweitert werden. Geht das mit dem Thema Alkohol? Nein, diesmal ging es nicht um Prävention oder Auswirkungen des chemischen Stoffes mit der Formel C2H5OH, also Ethanol oder allgemein als Alkohol bezeichnet, sondern um seine Herstellung und Verarbeitung als bayerisches Kulturgut.


Im gut gekühlten Brauraum standen wir also mit Winterjacken und ließen uns erklären, was es mit dem deutschen Reinheitsgebot auf sich hat. Hopfen und Malz – wie soll daraus Alkohol werden oder gar ein schmackhaftes Bier? Woher kommt der Ausdruck Gerstensaft und wie kann man den Alkoholgehalt im Bier steuern? Viele Fragen hatten die Schüler und alle wurden sehr anschaulich von Braumeister Sebastian Heuschneider (ehemaliger GvSler) beantwortet. Dann wurde es praktisch. Es wurden verschiedene Malzsorten gekostet und aus Malzschrot auch ein Brausud angesetzt. Nachdem unser Ansatz fertig gesiedet hatte, durften wir auch hier kosten und stellten fest, dass die ehemals nach Müsli riechende Brühe „zuckersüß“ geworden war. Mit dem Jod-Stärkenachweis überprüften wir, ob sämtliche Stärke zu Zucker umgesetzt worden war. Da die Lösung gelblich blieb und keine dunklen Verfärbungen auftraten, wurden wir vom Braumeister gelobt für unsere gute Arbeit.
Weiter ging es in den Lagerkeller. Dort erfuhren wir viel über die Geschichte der ehemals 22 Tölzer Brauereien und ihren Niedergang. Zurück in der Abfüllhalle kam der lang ersehnte Moment. In kleinen Probierportionen durften wir unterschiedliche Biersorten auch verkosten und konnten erschmecken, warum Hopfen als „Biergewürz“ bezeichnet wird.
Mit den Gedanken schon in den Ferien wurde es doch noch mal sehr ernst. Keine Schulveranstaltung ohne Test! Herr Heuschneider überraschte die Schüler mit einer Extemporalen über die Brauereiführung. Nach vielen „Nein“s und „Doch nicht heute! Es ist Weihnachten.“ konnten die Schüler schnell motiviert werden. Zu gewinnen gab´s ein Fässchen Helles am Ende der 10. Klasse.
Beschwingt, aber keineswegs beschwipst gingen die Schüler zurück in die Schule.
Bayerisches Kulturgut mit Chemie verstehen lernen – Wer hätte das gedacht?
Vielen Dank an Herrn Heuschneider und die Tölzer Mühlfeldbrauerei für die anschauliche Führung.

 

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