Soziale Bildung

Eine ganzheitlich verstandene gymnasiale Pädagogik entwickelt nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten oder verbreitert das Wissen der Schüler, sondern bietet ihnen darüber hinaus eine Vielzahl an „Spielräumen“, entsprechend ihrer Begabungen und Interessen weitere Fertigkeiten aus verschiedenen anderen Bildungsfeldern zu erwerben und zu üben. Die Erziehung zu sozial verantwortlichem Handeln, das hohen moralischen Ansprüchen verpflichtet ist, stellt eine zentrale Rolle unseres pädagogischen Auftrags dar. Hierzu gehören – neben und unabhängig von den täglichen sozialen Herausforderungen des Unterrichts im Klassenverband – verschiedene Mosaiksteine, die auf dem Weg zu einer gebildeten Persönlichkeit mehr oder weniger gelenkt soziales Engagement herausfordern. Gegenseitige Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Verantwortung für sich und die anderen zeigen sich im täglichen Miteinander von Schülern und Lehrkräften. Die gemeinsame Vereinbarung von W.I.R.-Werten gibt einen Rahmen für das Miteinander an einer Schule vor.

Bereits zu Beginn ihrer gymnasialen Laufbahn werden die 5. Klassen in den Kommunikations- und Kooperationstagen in Königsdorf gezielt an konstruktive Zusammenarbeit und soziale Verhaltensweisen im Klassenverband herangeführt. Die Wintersporttage der 7. Jahrgangsstufe bieten für viele das Erlebnis, zum ersten Mal ohne die Eltern eine Woche im Ausland sein zu dürfen. In der 8. Jahrgangsstufe folgt mit den Schlüssel-zur-Kompetenz-Tagen eine gezielte weitere Maßnahme zur Stärkung des Gemeinsinns. Das verpflichtende Betriebspraktikum der 9. Jahrgangsstufe fordert heraus, sich zwei Wochen auf ein bisher noch fremdes Firmenumfeld einzulassen. Die Berlinfahrt der 10. Jahrgangsstufe bildet mit ihren kulturellen und politischen Schwerpunkten das Ende des Klassenverbands. Schließlich lernen die Schüler durch die Orientierungstage zu Beginn der 11. Jahrgangsstufe nicht nur neue Mitschüler kennen, sondern erweitern ihren sozialen Horizont durch eine Vielzahl ethischer, religiöser und philosophischer Themenstellungen.

Neben diesen und einer ganzen Reihe weiterer gemeinsamer Klassen- und klassenübergreifenden Exkursionen bietet das GvS mehrere Arbeitsgruppen an, durch die gezielte und engagierte Verantwortungsübernahme für andere, hilfsbedürftige Schüler ausprobiert, Empathie entwickelt und soziale Reaktionen erlebt werden. Beispielhaft seien hier die Streitschlichter, Tutoren, Clubassistenten und Schulsanitäter  genannt. Im Debattierclub oder in Model United Nations erproben unsere Schüler abweichende Meinungen zu akzeptieren oder zu beeinflussen. In Gruppen wie z.B. der Schülermitverantwortung, den Sportmannschaften und Musikensembles, der Theatergruppe, Cassiopeia oder in den Vorbereitungsgruppen der Gottesdienste oder SMV-Projekte werden Kooperationsbereitschaft, Disziplin und Zuverlässigkeit gefordert. Regelmäßig angebotene Oberstufenseminare zur Begegnung mit Menschen mit Behinderung oder klassenübergreifende Projekte wie z.B. der durch die SMV am Schuljahresende organisierte Sozialtag, ein Praktikum im Seniorenheim oder die AG „Flüchtlingshilfe“ fordern unsere Schüler heraus, sich intensiv mit sozialen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Einen ganz besonderen Stellenwert hat der schulische Verein „Gemeinsam für Afrika“. Hier erleben unsere Schüler am Beispiel der gezielten Entwicklungshilfe in Burkina Faso, wie ihr individuelles Engagement und ihre persönliche Hilfe globale Dimensionen annehmen können.